Andacht zu Römer 13,8-12
Der etwas andere Held (1.Advent), Tag 7

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Lesung:

Römer 13,8-12

Seid niemand etwas schuldig, außer, dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren", und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.

 

Thema:

Das wichtigste Gebot ist die Liebe zum Nächsten.

 

Auslegung:

Die Bibel ist ein dickes Buch. Sie enthält Hunderte von Geboten und Anweisungen Gottes. Da könnte man leicht den roten Faden verlieren. Welche Regel soll im Königreich von Jesus zuallererst gelten? Jesus gibt eine klare Antwort, die Paulus in unserem Abschnitt wieder aufgreift: die Liebe zum Mitmenschen.

Paulus behauptet, dass dieses Gebot die anderen Gebote Gottes zusammenfasst. Das ist nachvollziehbar: Da ist das Gebot: "Du sollst nicht töten". Wenn ich die anderen Menschen liebe, dann gönne ich ihnen alles, was sie zum Leben brauchen. Ich freue mich, wenn es ihnen gut geht. Töten? Nein! Nicht einmal hassen. Oder: "Du sollst nicht ehebrechen". Mein Ehepartner vertraut mir. Ehebruch ist für den Partner wie ein Schlag ins Gesicht. Als würde ich ihm sagen: "Du bist mir nicht gut genug!" - Das ist lieblos. Schließlich: "Du sollst nicht stehlen." Stehlen heißt, mir etwas nehmen, was einem anderen gehört. Dahinter steht die Gesinnung, dass mein persönliches Glück wichtiger ist, als das des anderen. Auch das ist lieblos. Paulus hat also recht: Wer den anderen liebt, der hat alle Gebote Gottes erfüllt.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus, erfülle mein Denken, Planen und Handeln mit deiner Liebe. Ich möchte meinen Mitmenschen gönnen, was sie zum Leben brauchen - und mehr als das. Ich möchte ihnen gönnen, was sie besitzen - und mehr als das. Ich möchte das Vertrauen, das andere (besonders der Ehepartner) in mich setzen, nicht enttäuschen. Ich möchte lieben, wie du liebst. Schenke mir jeden Tag neu deine Liebe.

 

Impuls:

1. Überlegen Sie, in welchem Bereich ihr Schwachpunkt liegt:

a) Töten (Hass, andere verurteilen)

b) Ehebruch (Treue, Familienleben)

c) Stehlen (Neid, Besitz des anderen)

2. Versuchen Sie, heute in diesem Bereich einen konkreten Schritt der Liebe zu tun.

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom wurde ca. 56/57 n.Chr. geschrieben.

v     Paulus kündigt der Gemeinde zu Rom seinen Besuch an. Verglichen mit anderen stark situationsbezogenen Briefen, ist der Römerbrief eher eine systematische Darlegung der Glaubenslehre des Paulus.

v     Der Abschnitt Röm 13,8-10 entspricht der Lehre Jesu (sog. Doppelgebot der Liebe, Matthäus 22,34-40)

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin