Andacht zu 5.Mose 30,1-6
Versprochen ist versprochen (6.Sonntag nach Trinitatis), Tag 4

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Lesung:

5.Mose 30,1-6

Wenn nun dies alles über dich kommt, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es zu Herzen nimmst, wenn du unter den Heiden bist, unter die dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, und du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, dass du seiner Stimme gehorchst, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele in allem, was ich dir heute gebiete, so wird der HERR, dein Gott, deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter die dich der HERR, dein Gott, verstreut hat. Wenn du bis ans Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es einnehmen, und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher machen, als deine Väter waren. Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.

 

Thema:

Die Taufe ist eine lebenslange Herausforderung und hat eine unglaubliche Tragweite. Sie ist voller Segen.

 

Auslegung:

Die meisten Menschen in unserem Land werden als Babys getauft. Und das ist gut so. Denn das Wesentliche der Taufe wird dadurch deutlich: Wir Menschen sind ganz und gar angewiesen auf Gottes Gnade. Dennoch hat die Praxis der Säuglingstaufe an einer Stelle einen blinden Fleck: Allzu leicht wird übersehen, dass die Taufe Entscheidungs- bzw. Bekenntnischarakter hat. Aus diesem Grunde versprechen Eltern und Paten, sich um eine christliche Erziehung des Kindes zu bemühen. Doch diese Worte sind schnell gesagt und schnell vergessen.

Unser heutiger Abschnitt erinnert uns wieder daran. So wie Gott durch Mose sein Volk gefragt hatte „Wohin wollt ihr gehören? Zu Gott oder nicht zu Gott? Wohin wollt ihr euch stellen? Unter den Segen Gottes oder unter den Fluch, so muss sich auch jeder Getaufte fragen lassen: „Wohin willst du gehören: zu Christus oder nicht zu Christus? Wer soll dein Herr sein: Christus oder die Sünde Junge Menschen sagen ja zu Christus, wenn sie gefirmt oder konfirmiert werden. Wenn ihnen ihr Versprechen ernst ist, dann wird ihr Ja Konsequenzen für ihr ganzes Leben haben. Dann werden sie versuchen, ganz und gar, Tag für Tag und mit jeder Faser ihres Herzens unter Gottes Gebot und Verheißung zu leben. Sie werden versuchen, Gott lieb zu haben von ganzem Herzen. Die Taufe ist eine lebenslange Herausforderung und hat eine unglaubliche Tragweite. Und: Sie ist voller Segen.

 

Gebet:

Lass mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr,

von dir lass mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr.

Herr, lass mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit;

Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit.

 

Impuls:

Ist folgender Vergleich für Sie hilfreich?

Das Ja-Wort zu Gott kann man vergleichen mit dem Eheversprechen: Das Ja am Traualtar hat zur Folge, dass ein Mann ein Leben lang seiner Frau treu bleiben und mit ihr leben soll. Man spricht von der „Frau für’s Leben“. Ähnlich könnte man sagen: Durch mein Ja-Wort anlässlich meiner Taufe, Konfirmation oder Lebensübergabe ist Jesus Christus mein „Gott fürs Leben“ geworden.

 

Hintergrundinformationen:

v     In unserem Text wird dazu aufgefordert, Gott von ganzem Herzen zu lieben. Dieses Gebot hat Jesus später für das wichtigste Gebot überhaupt erklärt, vgl. Markus 12,29-31 (Tag 3 10.S.n.Trin.).

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin