Andacht zu Sacharja 9,9-12
Der etwas andere Held (1.Advent), Tag 2

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Lesung:

Sacharja 9,9-12

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde. Auch lasse ich um des Blutes deines Bundes willen deine Gefangenen frei aus der Grube, in der kein Wasser ist; so kehrt heim zur festen Stadt, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt. Denn heute verkündige ich, dass ich dir zweifach erstatten will.

 

Thema:

Der Prophet Sacharja sagt voraus, dass ein König für Israel kommen werde, der auf einem Esel reitet, und dessen Herrschaft von Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung geprägt sein wird.

 

Auslegung:

Wenn eine bedeutende Persönlichkeit geehrt wird, wird oft eine Laudatio gehalten. Das ist eine Lobrede, in der die Verdienste des Betreffenden aufgezählt werden. Die Worte des Sacharja kommen mir vor, wie eine Laudatio auf Jesus Christus. Treffend wird sein Lebenswerk beschrieben. Wie konnte Sacharja das Jahrhunderte vor Christi Geburt so genau wissen? Ich staune und denke: Gottes Geist muss es ihm eingegeben haben. Der Einzug auf einem Esel deutet auf die friedlichen Absichten des verheißenen Königs hin. Denn der Esel taugt nicht für einen kriegerischen Angriff. Und dann die Anspielung auf das Blut des Bundes, das aus der Grube - wohl dem Tode - errettet. Das erinnert an Jesus, der beim letzten Abendmahl sagt: "Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für euch vergossen wird." Einiges freilich steht noch aus: Dass Christus weltweit herrschen wird und allen Kriegen und Blutvergießen ein Ende bereiten wird. Auch diese Zeit wird kommen. Darauf vertraue ich. Gott steht zu seinem Wort.

 

Gebet:

Vater im Himmel, du hast deinen König ankündigen lassen  - lange, bevor er kam. Alles geschah nach deinem Plan, der sich über Jahrhunderte und Jahrtausende erstreckt. Danke, dass du durch Jesus Christus Frieden und Versöhnung gebracht hast. Lass bald den Tag kommen, an dem dein Frieden die ganze Welt erfüllt und alle Waffen schweigen. Erbarme dich über Jerusalem und dein Volk Israel. Dein Reich komme.

 

Impuls:

Diskutieren Sie heute mit irgend jemand über die Frage: Haben sich in Jesus die Weissagungen der Propheten erfüllt?

 

 

Hintergrundinformationen:

v     Der Prophet Sacharja wirkte von 520 bis 518 v. Chr. in Jerusalem. Einige Forscher vermuten, dass die Kapitel Sacharja 9-14 von einem anderen Propheten stammen, der ca. 300 v.Chr. lebte.

v     Die Weissagung aus dem Buch des Propheten Sacharja erfüllt sich im Einzug Jesu in Jerusalem (Tag 1).

v     Zion ist der Berg, auf dem Jerusalems Tempel gebaut ist.   Die Tochter Zion ist das Volk Israel, genauer die Einwohnerschaft Jerusalems.

v     Das Blut deines Bundes, das aus der Grube befreit, deutet auf den Versöhnungstod Jesu hin.

v      Mit zweifach erstatten ist gemeint, dass das Gute, das Gott seinem Volk geben wird, weitaus größer ist, als das Leid, das ihm widerfahren ist.

 

Autor dieser Andacht: Robert Augustin